Charakter und Wesen der Schäferhunde
Der Deutsche Schäferhund zählt zu den beliebtesten Gebrauchshunden der Welt. Sein Charakter wird oft als loyal, intelligent, wachsam und arbeitsfreudig beschrieben. Doch das Wesen eines Schäferhundes hängt nicht nur von der Veranlagung, sondern auch von Erziehung, Sozialisierung und Haltung ab.
Wichtig bei der Zucht ist es, die positiven Charaktereigenschaften zu fördern und die negativen zu reduzieren. Bei der Auswahl der Elterntiere sind
in ihrer Genetik einige grundlegende Eigenschaften schon mehr oder weniger verankert. Wie zum Beispiel der Wille zum Arbeiten, die Loyalität zu ihren Besitzern oder die Wachsamkeit auf dem Grundstück. Die Charaktereigenschaften der Langstockhaar-sowie Stockhaarschäferhunde sind gleich, im Individuum aber auch unterschiedlich ausgeprägt.
Der Charakter der Schäferhunde kann unterschiedlich sein, je nach Veranlagung der Elterntiere, aus seinen Erfahrungen und zu welchem Zweck
er letztendlich gezüchtet wurde. Und so haben die in der Genetik verankerten Charaktereigenschaften nicht alleine Priorität über den Charakter des Schäferhundes und seines späteren Verhaltens. Charaktereigenschaften kann man auch durch Erziehung bremsen, verhindern oder fördern. aber auch die Sozialisierung beim Züchter spielt eine Rolle.
Der Schäferhund wir im Charakter oft beschrieben als:
Treu mit guter Bindung - Sehr stark auf ihre Bezugsperson(en) fixiert, bei guter Erziehung treu und loyal.
Intelligent & lernwillig – Schäferhunde verstehen schnell, was von ihnen verlangt wird und sind gut erziehbar.
Gut Erziehbar - da benötigt man schon etwas Erfahrung, oder Charisma oder einen guten Mentor.
Arbeitsfreude – Sie wollen eine Aufgabe haben, sei es Hundesport, Schutzdienst oder einfach regelmäßige geistige Beschäftigung.
Ausdauer- sie besitzen, wenn sie nicht durch Zucht verunstaltet wurden, eine gute Ausdauer. Da bietet sich Fahrradfahren an
Schutzinstinkt – Wachsam, wenn gut sozialisiert, nicht aggressiv . Sie zeigen oft von Natur aus ein Schutzverhalten für das Grundstück.
Sensibilität – Sie reagieren feinfühlig auf Stimmungen ihrer Menschen, brauchen eine klare, aber faire Führung.
Ausgeglichenheit – Gut erzogen sind sie ruhige und zuverlässige Begleiter, aber ohne Auslastung, doch besonders ohne Erziehung können sie unruhig oder problematisch werden.
Wichtig: Erziehung hat mit Ausbildung nichts zu tun. Ein Hund, welcher Kommandos beherrscht, ausgebildet ist, muss sich noch lange nicht im Alltag gut benehmen.
Wichtig: Der Charakter der Hunde kann selbst in einem Wurf sehr unterschiedlich sein. Bei einer guten Erziehung spielt der Charakter eine untergeordnete Rolle.
Häufige Fragen zum Charakter des Deutschen Schäferhundes
Ist ein Deutscher Schäferhund ein Familienhund?
Ja, wenn er gut sozialisiert und in die Familie integriert wird. Schäferhunde bauen oft eine enge Bindung zu ihren Menschen auf.
Sind Schäferhunde kinderlieb?
Viele Schäferhunde gehen sehr fürsorglich mit Kindern um. Dennoch sollten Kinder und Hunde nie unbeaufsichtigt zusammen sein.
Sind Schäferhunde aggressiv?
Nein. Ein gut gezüchteter und geführter Schäferhund ist in der Regel selbstsicher, nervenstark und kontrollierbar.
Kann ein Schäferhund alleine bleiben?
Ja, aber er sollte schrittweise daran gewöhnt werden. Schäferhunde sind sehr menschenbezogen.
Ist ein Schäferhund für Anfänger geeignet?
Das hängt vom Menschen ab. Schäferhunde sind intelligent und lernwillig, brauchen aber klare Führung und Beschäftigung.
Familienhund
Das bedeutet wohl, das er freundlich in der Familie ist, freundlich im Umgang mit sämtlichen Familienmitgliedern. Oft möchte man auch einen
Hund, mit dem man im Alltag gut und leicht zurechtkommt oder mit dem man gut in den Urlaub fahren kann. Und mit dem man auch ohne pausenlos
Sport zu machen, gut durch das Leben kommt. Jeder Schäferhund kann von seinem Charakter und Wesen bei guter Erziehung ein Familienhund werden. Die Veranlagung dazu hat er.
Auch ältere Hunde, welche man schon im fortgeschrittenen Alter übernimmt, sind trotz einiger Probleme in der Lage, noch ein guter Familienhund geworden. Hier unten ist es Cora, welche weglaufend und wildernd zu uns kam und sich toll in unseren Alltag einfügte.

Kinderlieb
In den Familien sind oft Kinder jeden Alters. Ich persönlich kenne keinen Schäferhund, welcher mit den Kindern nicht zurechtkommt. Über die Erziehung dazu schreiben wir auch in unserem Buch "Ein Hund bleibt ein Hund".
Wichtigist, dass der Hund in der Familie seinen Platz kennt. Freund, Gefährte aber eben Hund. Und dieser hat die Kinder in Ruhe (Link zum Artikel
Kinder und Hunde) zu lassen. Und das kann man anerziehen. Früher habe ich oft die Hunde auch eine kurze Zeit mit den Kindern allein gelassen. Nie kam ein Hund auf die Idee, den Kindern etwas zu tun. Auch den fremden Kindern nicht. Doch beschützt haben sie diese immer. Und immer wieder berichten mir ältere Welpenkäufer, wie toll ihre ehemaligen Schäferhunde in der Familie waren und welche schönen Erinnerungen sie damit verknüpfen.
Daher ist es auch wichtig, die Welpen gut auf Kinder zu prägen. das warum könnt ihr hier lesen.

Treu und loyal und anhänglich
Das bedeutet eine gute Bindung an seinen Besitzer. Fast jeder Schäferhund wird bei der richtigen Erziehung "treu wie ein Hund", loyal und anhänglich
sein. Und am meisten zeigen sie diese Charaktereigenschaften bei einem sicheren und souveränen Hundeführer. Wer möchte sich schon an einen
unsicheren, nervösen und inkompetenten Chef binden und dem gar noch folgen? Übrigens, egal ob ein grauer Schäferhund, ein schwarzer Schäferhund oder ein schwarz-brauner Schäferhund, im Charakter und im Wesen, somit auch bei dem Umgang mit den kindern spielt die Farbe keine Rolle.

Aufmerksam und wachsam
Gut geeignet für die Bewachung eines Grundstückes. Eine Eigenschaft, welche wir aus dem Wolf heraus gezüchtet haben, das verteidigen des
Territoriums. Schäferhunden ist dieses fast angeboren. Mal lauter und mal leiser tun sie kund, dass sie nun hier wohnen. Man kann das "wachsam" fördern oder bremsen. Ein schwarzer Schäferhund ist nicht wachsamer wie die anderen Farbschläge. Im Charakter sind sie gleich. Aber die Farben schwarz und grau schrecken eher ab.

Sportlich und Beutetrieb
Viele möchten mit ihrem Hund Sport treiben. Dazu muss der Hund körperlich in der Lage sein. Sollte der Hund frei von Krankheiten sein
ist dieses mit dem Schäferhund gut möglich. Der Schäferhund ist ein Allrounder. Fast jeder Sport ist mit ihnen möglich. Aber eben auch
lange Spaziergänge.
Der Hund unten arbeitet als Lawinen-und -Trümmersuchhund. Sein Wille zum suchen ist über den beutetrieb aufgebaut.

Selbstsicherheit und Klug
Das sind sie fast immer. Wenn wir sie gut in unserem Leben mitnehmen, sie auch hier vieles kennenlernen, gute Erfahrungen machen, sind sie
oft sehr selbstsicher. Selbstsicherheit ist förderbar.
Der Schäferhund ist in seiner Veranlagung ein kluger Hund, wenn es sicher auch noch Klügere gibt. Aber auch hier ist es wie bei den Menschen. Es gibt die klügeren und schlauen und die nicht so dollen. Mit Training kann man nicht die Klugheit steigern, aber wir können ihn einiges antrainieren, was ihn
dann wieder klüger erscheinen lässt. Wer will schon einen dummen Hund?
Arbeitswillig
Auch hier spielt die Zucht eine Rolle. Es gibt sehr arbeitswillige Hunde und eben auch Schäferhunde, welche nicht so arbeitswillig sind.
Leistungshunde haben einen sehr ausgeprägten Schutz- und Beutetrieb sowie eine recht niedrige Reizschwelle. Andere Zuchtrichtungen muss man teilweise zur Arbeit tragen. Auch hier fördert und bremst der Züchter, je nachdem, was der Hund in seiner Zeit bei seinen neuen Besitzern dann machen soll.



